ADDIS ABEBA – „Wenn es die Mennonitische Weltkonferenz nicht geben würde, müsste man sie erfinden“, dies sagte Rainer Burkart in Addis Abeba. In der Hauptstadt Äthiopiens haben sich auf Einladung der Meserete Kristos Kirche die Gremien der MWK im August 2010 versammelt. Neben den Berichten und Beratungen zu allen internationalen Gremien der MWK stand auch die Nachfolge von Generalsekretär Larry Miller und der Ort der nächsten Vollversammlung der MWK auf der Agenda des Treffens.
Neuer Generalsekretär gesucht
Ein Suchkomitee unter der Leitung des MWK-Präsidenten Danisa Ndlovu sucht seit Frühjahr 2010 einen Nachfolger. Im Mai 2012, nach der MERK findet auf dem Bienenberg die nächste Versammlung des General Councils (Parlament) der MWK statt. Da treffen sich alle Delegierten der Mitgliedkonferenzen der MWK aus aller Welt, über 120 Delegierte und Mitglieder der Fachkommissionen. Bei diesem Treffen will Larry Miller nach 20 Jahren die Leitung des Generalsekretariates der MWK an seinen Nachfolger übergeben. Dann wird das Hauptbüro der MWK von Straßburg wegziehen, wahrscheinlich an den Wohnsitz des neuen Generalsekretärs. Anschließend wird er der 61-jährige Miller der MWK noch für besondere Aufgaben zur Verfügung stehen. Bei der Bilanz der Arbeiten des letzten Jahrs vor dem Vorstand der MWK zog der Generalsekretär eine positive Bilanz.
Vom Kongresskomitee zur weltweiten Gemeinschaft
Die Finanzen der MWK sind im Lot, vor allem auch dank einer zusätzlichen Fundraisingkampagne in Nordamerika, sagte Kassier Ernst Bergen. Aber auch die von der Vision abgeleiteten Dreijahres-Ziele und Massnahmen laufen nach Plan. Die Unterstützung von Gemeinden, die in schwierigen Situationen leben, das Gespräch mit andern christlichen Kirchen und die Planung der Zukunft der MWK standen dabei im Vordergrund. Nach dem Abschluss der lutherisch-mennonitischen Gespräche kam es zu einem historischen Akt der Versöhnung in Stuttgart im Juli. MWK-Vizepräsidentin Janet Plenert, Kanada betonte in Addis Abeba, dass Larry Miller die MWK von einer Kongressorganisation, die alle sechs Jahre eine Vollversammlung organisierte zu einer weltweiten, vernetzten Gemeinschaft weiterentwickelt habe.
Ein besonderes Anliegen des amtierenden Generalsekretärs war und ist die Förderung der Mitglieder im Süden. Unlängst wurde ein Büro der MWK in Kalifornien, USA geschlossen und eines in Kinshasa, Kongo eröffnet. Damit wird der Bedeutung der wachsenden Mitgliederzahlen im Süden Rechnung getragen.
Auf zur nächsten Weltkonferenz!
Nach einer Zeit der Gespräche hat der Vorstand entschieden die Vollversammlung der MWK, wie sie im Sommer 2009 in Paraguay stattgefunden hat, weiterhin alle sechs Jahre durchzuführen. Somit sollen die nächsten Grossversammlungen in Jahren 2015, 2021 und 2025 oder 2027 stattfinden. Als Veranstaltungsländer sind USA, Indonesien und Europa im Gespräch. Im Jahr 2025 wird es 500 Jahre her sein seit der Taufe der der ersten Täufer in Zürich sowie 100 Jahre seit der ersten Vollversammlung der MWK im Jahre 1925 in Basel. Die Mennoniten Europas sind angefragt, wann und wohin sie zur Jubiläumsversammlung einladen wollen. Alfred Neufeld, Paraguay schlägt vor im Vorfeld dieses Treffens Mennoniten aus aller Welt einzuladen, in Zürich, der Wiege des Täufertums wieder Fuß zu fassen.
Neue Gremien in Aktion
Ein große Herausforderung für die MWK ist die Einführung der neuen Gremien, die alle in Paraguay neu besetzt wurden. Besonders durch den angekündigten Wechsel des Generalsekretärs wird die übrige Equipe der MWK stark gefordert sein. Seit Juli 2009 vertritt Rainer Burkart, leitender Prediger der Mennonitengemeinde Neuwied (Deutschland) mit Markus Rediger, Bern (Schweiz) zusammen Europa im Exekutivkomitee (Vorstand) der MWK.
Die größte Mitgliedkonferenz lebt
Mit 368.710 Mitgliedern ist die Meserete Kristos Kirche die größte Mitgliedkonferenz der MWK. Dieses Gemeindeverband umfasst 518 Gemeinde, 200 Prediger und über zahlreiche Gemeindegründungsgruppen. Äthiopien ist mit gegen 80 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig das zweitgrößte Land Afrikas. Das Lebensmittelhilfeprogramm der Uno hat im letzen Jahr rund 10 Millionen Leute unterstützt. Das ist es kein Wunder ist auch die Kirche stark gefordert. Alle MWK-Vertreter waren von den Gemeinden zu Gottesdiensten eingeladen und konnten sich von der lebendigen Atmosphäre, dem Hunger nach Gott und der Herzlichkeit der Gemeindemitglider überzeugen. Als Zeichen der Hoffnung und der Zuwendung Gottes hat die MWK auf einem Kirchengelände 38 Bäume gepflanzt. Rainer Burkart sagte zum Gottesdienstbesuch in Addis Abeba: „Eine Wellblechhütte, vollgestopft mit Menschen die dorthin kommen weil sie Hoffnung suchen, weil das für ihr Leben unverzichtbar ist. Das ist teilweise etwas, was wir verloren haben.“
Von: Markus Rediger, Mitglied Exekutivkomitee MWK, Ältester Mennonitengemeinde Bern, Schweiz
Bildunterschrift: Exekutivkomitee 2009 -2015 in Addis Abeba (Foto: MERLE GOOD)
BAMMENTAL – Am 24.10.2010 lädt der Verband deutscher Mennonitengemeinden zum jährlichen Erntedank- und Missionsfest mit Kinderprogramm und Forum der Werke in die Elsenzhalle nach Bammental. Es geht darum, miteinander zu feiern, Gott anzubeten, Anteil zu nehmen, sich inspirieren zu lassen, einander zu dienen, Verbindungen zu finden und zu erneuern. Den Auftakt bildet ein Gottesdienst um 10 Uhr, der von der Mennonitengemeinde Backnang gestaltet wird.
Die Predigt zum Thema „Gemeinde mit Schwung und Halt… Gemeinde für jung und alt…“ hält Eugen Reiser. Im zweiten Teil des Programms stellen sich neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor und die Gäste hören kurz von neuen Entwicklungen in den mennonitischen Werken, deren Vertreter auch mit einer Ausstellung beim EMF präsent sind. Den Schwerpunkt bildet dieses Jahr eine Präsentation von Christliche Dienste “Zwischen Abenteuer und christlichem Auftrag”
Kinder sind beim Anfang des Gottesdienstes dabei und sammeln sich dann zum Kinderprogramm. Krabbel- und Hütekinder sowie Kinder von 3 – 5 Jahre werden in der Elsenzhalle betreut. Das Kinderprogramm für 6 bis 14jährige findet in den Räumen der angrenzenden Schule statt. Es wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und aus den Gemeinden Owingen, Meßkirch und Pfullendorf gestaltet. Das Gelände um die Halle bietet zahlreiche Grün- und Spielflächen für Spaß und Spiel. Mittags- und Kaffeetisch werden von der Mennonitengemeinde Bammental organisiert.
MONSHEIM – Zum ersten September hat die Mennonitengemeinde Monsheim einen neuen Pastor angestellt. Andreas Fraund ist Baptist und ist in Wiesbaden aufgewachsen. Er ist verheiratet mit Josephine, gemeinsam haben sie eine Tochter Sarah. Andreas arbeitet auch als Reiseprediger in Betreuung von internationalen Gemeinden in Kooperation mit einem amerikanischen Baptistenbund.
Die Mennonitengemeinde Monsheim/Rheinhessen (früher Kriegsheim) besteht bereits seit dem 16. Jahrhundert. Die Gemeinde hat 114 Mitglieder, auch viele Angehörige und Freunde, die im Umkreis von etwa 50 km. wohnen. Bis Anfang des Jahres hatte sich die Gemeinde eine Pastorenstelle mit der Gemeinde Obersülzen geteilt. Der bisherige Pastor der Gemeinden, Frank Feldhusen, trat im April eine neue Stelle in der Stadtmission St. Ingbert an.
NEUSTADT – Bereits zum siebten Mal wird am kommenden Sonntag, den 5. September 2010, ein gemeinsamer Gottesdienst der drei mennonitischen Gemeinden Neustadts stattfinden. Zum Thema “Dem Frieden nachjagen ?!” wird Frieder Boller vom Bienenberg die Predigt halten.
Der Gottesdienst findet ab 10 Uhr im historischen Innengelände des Branchweilerhofes statt. Parallel dazu wird ein Kinderprogramm angeboten. Im Anschluss an den Gottesdienst laden die Mennonitengemeinde Branchweilerhof, die Mennonitsche Brüdergemeinde Neustadt und die Mennonitische Missionsgemeinde Neustadt noch zu einem gemeinsamen Mittagessen und Kaffeetrinken ein.
WATERLOO – Am 28. August 2010 ist der kanadische mennotische Theologe Allen James Reimer verstorben. Reimer war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 als Professor am Conrad Grebel College der University of Waterloo und an der Toronto School of Theology der University of Toronto tätig.
Reimer wurde am 10. August 1942 geboren und wuchs in einer Kleinstadt im südwestlichen Manitoba auf. Er machte ein theologisches Vordiplom an der Canadian Mennonite University und an der University of Manitoba. Später studierte er Theologie und Geschichte an der University of Toronto. In seiner Dissertation verglich Reimer die beiden deutschen Theologen Emanuel Hirsch and Paul Tillich hinsichtlich der politischen Auswirkungen ihrer voneinander abweichenden theologischen Ansätze.
In seiner Theologie vertrat Reimer eher klassisch trinitarische Positionen und wich so von den Positionen anderen mennonitischer Theologen ab, die wie zum Beispiel John Howard Yoder stärker auf Aspekte der Bergpredigt fokussieren. Dennoch nimmt auch in Reimers Theologie die christliche Sozialethik einen breiten Raum ein. Wie Yoder war Reimer Pazifist. Im Verlauf seiner Dissertation nahm er starken Abstand von den theologischen Ansichten Emanuel Hirschs, der als Vertreter der Deutschen Christen vor und während der NS-Diktatur Hitler offen unterstützte.
Reimer hat eine Vielzahl von Aufsätzen und Artikeln geschrieben, die unter anderem in den Büchern Mennonites and Classical Theology und Paul Tillich: Theologian of Nature, Culture and Politics zusammen gefasst wurden. Neben seiner Arbeit über Paul Tillich und Emanuel Hirsch setzte sich Reimer auch mit Dietrich Bonhoeffer und der Rolle der Kirchen in der NS-Zeit, der Kritischen Theorie, der Geschichte der Täuferbewegung und ethischen Themen auseinander.
Reimer hinterlässt seine Frau, Margaret Loewen Reimer und drei erwachsene Kinder.
(mit Material von wikipedia.org)
Foto: Conrad Grebel Faculty
INGOLSTADT – Mennonitische Werke und Einrichtungen geben jährlich gemeinsam einen Tagungsprospekt heraus. Die in dem Prospekt aufgeführten Tagungen, Freizeiten und Seminare werden veranstaltet und verantwortet von mennonitischen Werken, Konferenzen und Initiativen.
Der neue Prospekt für 2010/2011 wird im Herbst in die Gemeinden verschickt und lässt sich bereits jetzt von der AMG-Homepage herunterladen.
KAISERSLAUTERN – Mit einem gut besuchten Segnungs- und Sendungsgottesdienst im Elim-Zentrum in Kaiserslautern wurde im August der zweite Jahrgang der Jüngerschaftsschule „Free to Serve Jesus“ verabschiedet. Fünf junge Frauen und ein junger Mann haben ein Jahr lang im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres im Elim-Zentrum gelebt, gelernt und gearbeitet. Sie haben Erfahrungen mit Gott gemacht, sind im Glauben und in ihren Persönlichkeiten gewachsen und gereift und haben bei einem dreiwöchigen Missionseinsatz in Albanien Einblicke in die missionarischen Herausforderungen in Europa bekommen.
„Das Konzept der Jüngerschaftsschule hat sich nun zum zweiten Mal bewährt und wurde für die jungen Leute und die Gemeinden zum Segen.“ sagt Herbert Hege von der Gemeinde Sembach, die gemeinsam mit Kühbörncheshof und Kaiserslautern zu den Trägern der Jüngerschaftsschule und des Missionsprojektes Westpfalz gehören. Für das kommende Jahr haben sich bereits acht junge Menschen angemeldet.
Das Jüngerschaftsprogramm beinhaltet Seminare und einen festen Unterrichtstag in der Woche, gemeinsames Leben im Elim-Zentrum, praktische Arbeiten in sozialen Einrichtungen sowie Mitarbeit in Gemeinde und Mission.
Das FSJ wird von Anna Gossen und Mike Lotvola geleitet. Teilnehmen können junge Christen ab 16 Jahren. Das FSJ steht in enger Beziehung zum „Get it!“-Programm am Bienenberg und ist mit dem weltweiten Netzwerk von Jüngerschaftssschulen, „Global Disciple Training Alliance“ in Verbindung. Teilnehmende erhalten Unterkunft und Verpflegung, ein Taschengeld und werden sozialversichert. Das Programm finanziert sich aus Einnahmen der praktischen Arbeit und freiwilligen Spenden aus Gemeinden und Freundeskreis, zudem wird eine Patenschaft angeboten.
Nähere Informationen im Internet unter www.fsj.gott-kennen.de
Foto: Die Absolventen – v.l.n.r: Erika Neufeld, Sara Homburg, Vivian Müller, Angela Mandtler, Jonathan Hildwein, Sophie Storz
BAMMENTAL – US-Deserteur André Shepherd, der in Deutschland Asyl beantragte, wurde von der taz für den von der taz Panter Stiftung ausgelobten Panterpreis 2010 nominiert. „Echte Helden sind sehr selten geworden“, schreibt die taz auf ihrer Homepage. „Jedes Jahr verleiht die taz Panter Stiftung den Preis für HeldInnen des Alltags an jene, die sich selbstlos, mutig, kreativ für andere einsetzen.“ Zugleich weist die taz darauf hin, dass jedes Jahr sechs Kandidaten nominiert und unter diesen zwei Preisträger ausgewählt werden: „Der erste Preis wird von unserer Jury, die sich aus taz-RedakteurInnen und Prominenten zusammensetzt, der zweite von unseren Leserinnen und Lesern vergeben.“
In einer Mitteilung vom Military Counseling Network (das zum DMFK gehört) heisst es “Wir [...] freuen uns gemeinsam mit André Shepherd über die Nominierung. Wir rufen Sie und euch alle auf, an der Abstimmung bei der taz teilzunehmen und für André Shepherd zu stimmen, damit er am 18. September 2010 den Panterpreis erhält.”
Am 26. November 2008 beantragte André Shepherd in Deutschland Asyl. Sein Einsatz als US-Soldat im Irak brachte ihn zu der Konsequenz, dass er sich nicht weiter an einem völkerrechtswidrigen Krieg und an völkerrechtswidrigen Handlungen beteiligen kann. Da er keine Möglichkeit sah, als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, desertierte er und steht nun im Asylverfahren. Er verweist in seinem Antrag auf die Qualifikationsrichtlinie der Europäischen Union, die seit Oktober 2006 in Kraft ist. Mit ihr sollen die geschützt werden, die sich einem völkerrechtswidrigen Krieg oder völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen und mit Verfolgung rechnen müssen. Noch immer steht eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration über seinen Antrag aus.
“Es ist eine Ehre für mich, für so einen renommierten Preis nominiert zu werden”, sagte heute André Shepherd. „Es bedeutet sehr viel, nicht nur für mich, sondern weil es auch ein Licht darauf wirft, dass diese Eroberungskriege jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in der Welt belasten.“
„Shepherds Begründung, der Irakkrieg sei völkerrechtswidrig,“ so die taz, „muss das Bundesamt beantworten – eine extrem, auch außenpolitisch wichtige Frage. Viele Soldaten könnte Shepherd motivieren, sich dem Krieg zu verweigern.
Abstimmung über https://www.taz.de/zeitung/tazinfo/panterpreis/Wahl/
WEILER-LA-TOUR – Der Kassenführer der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG), Jan van Delden, hat mitgeteilt, dass er eine neue Anschrift hat. E-Mail-Adresse und Telefonnummern sind jedoch gleich geblieben.
Postalische Zuschriften an die AMG-Kasse bitte künftig an:
Jan van Delden
3, rue des Dahlias
L-5775 Weiler-la-Tour
Luxembourg
LES REUSSILLES – Ab 1.9.10 werden Max Wiedmer und Heike Geist gemeinsam die Geschäftsleitung bei der Schweizerischen Mennonitischen Mission (SMM) übernehmen. Max Wiedmer hatte bis 2008 die Leitung des Tagungszentrums Bienenberg inne, macht seit 1990 Film- Video- und Multimedia Produktionen und wird mit 90% Arbeitszeit in die SMM einsteigen.
Heike Geist bleibt weiterhin Unterrichtende am Ausbildungszentrum Bienenberg und Leiterin der „Get it!“ Jüngerschaftschule. Sie wird ab 1.9.10 mit 10% Arbeitszeit, ab 1.7.2011 mit insgesamt 40% Arbeitszeit mitarbeiten. Die SMM nimmt einen wichtigen Struktur- und Kulturwandel vor. Der SMM-Vorstand und die neue Geschäftsleitung wollen mit der Unterstützung der Schweizer Gemeinden ihr Engagement ausbauen und auch eigenständig Projekte zur Mitarbeit im In- und Ausland aufbauen.
ROTTMANSHART – Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind 14 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Das Mennonitische Hilfswerk ruft zu Spenden auf und hat 15.000 Euro Soforthilfe aus dem Katastrophenfond an die Diakonie Katastrophenhilfe gegeben. Christoph Landes, der MH-Geschäftsführer schreibt „Mit der Diakonie Katastrophenhilfe haben wir eine starke Partnerorganisation in Pakistan.“ Bereits seit dem Erdbeben 2005 ist die Diakonie Katastrophenhilfe in Pakistan aktiv und arbeitet vor Ort wird mit einheimischen Partnern zusammen.
In einem Schreiben hat sich die Diakonie für die ersten Spenden bedankt. „Es ist beeindruckend, wie groß die Resonanz der Menschen in Deutschland trotz der Vielzahl der Krisen und der Ferienzeit ist. Dafür möchten wir allen Spenderinnen und Spendern von Herzen danken“, sagte Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe. Bisher hat das evangelische Hilfswerk rund 800.000 Euro an Spenden erhalten. Die Hilfeleistungen sind in keiner Weise negativ von der politischen Lage betroffen. Die Spenden kommen an.
Die große Resonanz sei vor allem angesichts weiterer schlimmer Katastrophen wie den Überschwemmungen und Erdrutschen in China, den Bränden in Russland und nicht zuletzt den Überschwemmungen in Deutschland und unseren Nachbarländern bemerkenswert. Erschwerend sei natürlich auch das Bild von islamischen Ländern im Allgemeinen und von Pakistan im Speziellen, das in der Öffentlichkeit herrsche. „Aber weder dürfen die Betroffenen für das Verhalten der Regierung oder islamistischer Gruppen bestraft werden, noch werden unsere Hilfemaßnahmen in irgend einer Weise davon berührt oder negativ beeinträchtigt“, weist die Pfarrerin auf die schwierige Situation hin. „Ich kann Ihnen versichern, dass die Spenden an die Diakonie Katastrophenhilfe die betroffenen Menschen auch in den sehr abgelegenen Überschwemmungsgebieten in vollem Umfang erreichen“, betont Füllkrug-Weitzel.
Seit dem Erdbeben im Jahr 2005 ist Pakistan ein Schwerpunktland der Diakonie Katastrophenhilfe. „Unsere Partner sind vor Ort sehr gut akzeptiert. Sie kennen die Bevölkerung, ihre Bedürfnisse und kulturellen Besonderheiten. Sie wissen, wo und wie Hilfsgüter und Materialien im Land zu beschaffen sind und können sich frei bewegen und agieren. Sie stehen nicht unter Druck oder erhalten Auflagen von Regierung oder irgendwelchen Gruppierungen. Das sind entscheidende Voraussetzungen, um schnell und effektiv helfen zu können“, so die Direktorin des evangelischen Hilfswerkes weiter. So kann auch sicher gestellt werden, dass die Spenden aus Deutschland nicht in falsche Hände geraten.
Die Diakonie Katastrophenhilfe hat bereits über 300.000 Euro für die Soforthilfe bereitgestellt. Damit versorgen unsere Partner die Menschen mit Trinkwasser, Lebensmitteln, bauen Wassertanks und verteilen Hygienesets. „Es wird noch eine lange Zeit dauern und eine riesige Kraftanstrengung von Nöten sein, bis die Folgen dieser tragischen Katastrophe einigermaßen behoben sind. Wir sind auf ihre Hilfe angewiesen, bitte unterstützen Sie die Arbeit der Katastrophenhilfe“, appelliert Direktorin Füllkrug-Weitzel an die Menschen in Deutschland. „Mit ihrer Spende geben Sie den Menschen, die Alles verloren, eine Perspektive für ihr weiteres Leben.“
Die Diakonie Katastrophenhilfe ist die Schwesterorganisation von „Brot für die Welt“ unter dem Dach der Ökumenischen Diakonie im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.
Spendenkonto 502 707
Postbank Stuttgart
BLZ: 600 100 70
Kennwort: „Fluthilfe Pakistan“
SILVER SPRING/USA – (APD) Im Frühjahr 2011 soll auf Weltebene der erste bilaterale Dialog zwischen der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten stattfinden, teilte Pastor Dr. John Graz, Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit sowie Generalsekretär des Rates für zwischenkirchliche und interreligiöse Angelegenheiten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, mit. Die fünftägigen theologischen Gespräche würden im Verwaltungssitz der Generalkonferenz in Silver Spring, Maryland/USA, stattfinden.
Laut Graz habe es im Frühjahr 2009 ein Vorgespräch über den Dialog mit dem Generalsekretär der Mennonitischen Weltkonferenz, Pfarrer Dr. Larry Miller, in Silver Spring gegeben. Beide weltweiten Konfessionsfamilien hätten viele Gemeinsamkeiten, so Graz. Adventisten und Mennoniten wendeten sich gegen den Kriegsdienst und setzten sich für den Frieden sowie die Religionsfreiheit ein. Beide entstammten der täuferischen Tradition. Daher werde es bei den Gesprächen im nächsten Jahr neben einem besseren gegenseitigen Kennenlernen um praktische Fragen des Christentums gehen.
Inzwischen sei es üblich, sich gegenseitig zu weltweiten Versammlungen einzuladen, betonte Graz. Während der mennonitischen Weltkonferenz 2009 in Paraguay sei Pastor Eugene Hsu, einer der Vizepräsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung, als Gast willkommen geheissen worden. Bei der Weltsynode 2010 der Adventisten in Atlanta/USA, habe Generalsekretär Dr. Larry Miller die Grüsse der Mennoniten überbracht.
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,3 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 25 Millionen Gottesdienstbesucher in 205 Ländern der Erde. In der Bundesrepublik Deutschland sind 35.400 Mitglieder in 572 Gemeinden organisiert.
KABUL – Bei dem Raubüberfall und der Ermordung von acht ausländischen Helfern und zwei Afghanen im Norden Afghanistans kam auch der MCC-Mitarbeiter Glen D. Lapp aus Lancaster, Pennsylvania ums Leben.
Das mobile Augenärzte-Team gehörte zur MCC-Partnerorgansiation “International Assistance Mission” (IAM). Die acht erfahrenen Helfer waren aus christlichem Mitgefühl im ärztlichen Dienst für die notleidenden Menschen dort unterwegs.
Die ermordeten Helfer haben auf Einladung der örtlichen Verantwortlichen in einer Region im Norden Afghanistans, die bislang kaum Zugang zu ärztlichen Hilfe hat, kranken Menschen medizinische Hilfe gebracht. Nach Abschluss der dringend notwendigen Arbeit waren sie auf dem Rückweg nach Kabul.
Die IAM ist eine sehr erfahrene internationale Hilfsorganisation. Sie ist von dem christlichen Gedanken der grenzenlosen Nächstenliebe motiviert und hilft deshalb nach dem biblischen Vorbild des „barmherzigen Samariters“ wie viele Katastrophenhelfer auch dann und dort, wo sie sich selbst in Gefahr bringen. Dabei beherzigt sie die Verhaltensprinzipien des Internationalen Roten Kreuzes sowie der Nichtregierungsorganisationen für Hilfseinsätze.
Das “Mennonite Central Committee” (MCC) ist eine Organisation der mennonitischen Kirchen in Nordamerika. MCC versteht seine Aufgabe als Arbeit in der Welt nach dem Vorbild Jesu: Gottes Liebe zu demonstrieren und für Frieden, Gerechtigkeit und ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen einzutreten.
Mehr unter http://mcc.org/stories/news/mcc-grieves-worker-killed-afghanistan
MONSHEIM – Am 28. August findet in der Kirche der Mennonitengemeinde Monsheim (westlich von Worms) um 20:00 Uhr ein Benefiz-Konzert mit dem Chor Coloured Voices statt. Veranstaltet wir das Konzert von Britta Höfke, Mitglied der Monsheimer Mennonitengemeinde und dem Chormitglied Evelyn Gedigk. Der Erlös des Abends geht an das Mennonitische Hilfswerk.
Coloured Voices ist ein Chor, der neben Tüchern in Regenbogenfarben über ein vielfältiges gesangliches Repertoire verfügt und mit seiner Freude am Singen und an der Gemeinschaft allen Interessierten offen steht. Der Chor, dessen Träger die protestantische Kirche ist, entstand bereits 1991 und verfügt inzwischen über 50 Mitglieder. Dargeboten werden Gospels & Spirituals, die in ihren Texten dem Ziel des Mennonitischen HIlfswerk entsprechen, Gottes Liebe sichtbar zu machen.
Das Mennonitische Hilfswerk arbeitet für Menschen, die unter Armut, Konflikten oder Naturkatastrophen leiden, die fliehen mussten oder aus einem anderen Grund der Hilfe bedürfen. Diese Hilfe sieht vor, unter Achtung der Menschwürde Eigeninitiative zu stärken, Ressourcen zu fördern und soziale Gerechtigkeit voran zu treiben. Diese Hilfe wird Bedürftigen gewährt, unabhängig ihrer ethnischen Herkunft, Religion oder Politik. Insofern zählen Projekte in vielen Ländern der Welt zu den Einsatzorten des Mennonitischen Hilfswerks, wie Äthiopien, Ghana, Südafrika, Tansania, Brasilien, Ecuador, Nicaragua, Paraguay, Kirgistan, Afghanistan, Russland und natürlich auch Deutschland.
Es sind alle herzlich eingeladen, die sich an Gospels & Spirituals erfreuen und die mit ihrer Spende bei diesem kostenlosen Konzert die Arbeit des Mennonitischen Hilfswerks unterstützen möchten.
STUTTGART – Mit einem einstimmig gefassten Schuldbekenntnis gegenüber den Täufern haben die Delegierten der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) am Donnerstagnachmittag, 22. Juli, in Stuttgart (Deutschland) mennonitische ChristInnen um Vergebung gebeten. In einem historischen Akt kam es im Anschluss zur Versöhnung des Lutherischen Weltbundes (LWB) und der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK). LWB-Präsident Bischof Mark S. Hanson sprach in diesem Zusammenhang von einem „beispiellosen Schritt der Wiedergutmachung“.
In der verabschiedeten Erklärung „Beschlussfassung zum lutherischen Erbe der Verfolgung der Täufer“ heisst es, der LWB empfinde „tiefes Bedauern und Schmerz über die Verfolgung der Täufer durch lutherische Obrigkeiten und besonders darüber, dass lutherische Reformatoren diese Verfolgung theologisch unterstützt haben“. Der LWB bekundete „öffentlich sein tiefes Bedauern und seine Betrübnis“. In der Erklärung heisst es weiter: „Im Vertrauen auf Gott, der in Jesus Christus die Welt mit sich versöhnte, bitten wir deshalb Gott und unsere mennonitischen Schwestern und Brüder um Vergebung für das Leiden, das unsere Vorfahren im 16. Jahrhundert den Täufern zugefügt haben, für das Vergessen oder Ignorieren dieser Verfolgung in den folgenden Jahrhunderten und für alle unzutreffenden, irreführenden und verletzenden Darstellungen der Täufer und Mennoniten, die lutherische AutorenInnen bis heute in wissenschaftlicher oder nichtwissenschaftlicher Form verbreitet haben.“
Der historische Hintergrund der Erklärung der Vollversammlung ist, dass mithilfe theologischer Argumente, wie etwa von Martin Luther und Philipp Melanchthon, Täufer im 16. Jahrhundert brutal verfolgt und im Einzelfall auch hingerichtet worden sind. Die Täufer werden von den heutigen MennonitInnen als geistliche Vorfahren angesehen. Der Dialog- und Versöhnungsprozess begann 1980, als aus Anlass des 450. Jubiläums des Augsburger Bekenntnisses VertreterInnen der mennonitischen Kirchen die Frage einbrachten, wie sie sich an den Gedenkveranstaltungen zur Feier des Bekenntnisses beteiligen könnten, das die täuferischen und die eigenen Lehren ausdrücklich verurteilte. Das LWB-Exekutivkomitee brachte 1980 sein Bedauern über den Schmerz und das Leid zum Ausdruck, das die Verurteilungen ausgelöst hatten und rief die LWB-Mitgliedskirchen auf, „unser gemeinsames lutherisches Erbe in Dankbarkeit und in Busse zu feiern“. 2002 gründete der LWB-Rat zusammen mit der MWK die Internationale lutherisch-mennonitische Studienkommission, die den Bericht „Heilung der Erinnerungen – Versöhnung in Christus“ erarbeitete. Darauf aufbauend bestätigte der LWB-Rat im Oktober 2009 einstimmig die Bitte um Vergebung. Auch wenn weiterhin bedeutende theologische Unterschiede bestünden, könnten diese nun im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Erbe der Verfolgung in einem neuen Klima untersucht werden. Die Arbeit der Studienkommission bildet die Grundlage für die heute verabschiedete Erklärung.
Unter anderem verpflichtete sich die LWB-Vollversammlung in ihrer Erklärung, „dafür Sorge zu tragen, dass diese Entscheidung des Lutherischen Weltbunds Einfluss darauf hat, wie die lutherischen Bekenntnisse an den Hochschulen und in anderen Bereichen des kirchlichen Unterrichts gelehrt werden“. Zu den Selbstverpflichtungen, die die Erklärung enthält, gehört der Konsens, „dass der Gebrauch der Staatsgewalt zum Aufschliessen oder Aufzwingen bestimmter religiöser Überzeugungen zu verwerfen ist“ sowie die Verpflichtung, sich „dafür einzusetzen, dass Religions- und Gewissensfreiheit in den politischen Ordnungen und in den Gesellschaften gewahrt und aufrechterhalten werden“.
„Wir sind tief bewegt von Ihrem Geist der Busse und von Ihrer Bitte um Vergebung“ betonte MWK-Präsident Bischof Danisa Ndlovu aus Simbabwe in einer bewegenden Antwort auf die Erklärung des LWB. „Wir glauben, dass Gott heute Ihr Bekenntnis gehört hat und Ihrer Bitte um Vergebung entsprochen hat. Wir schliessen uns Gott freudig und demütig an, Ihnen zu vergeben.“ Zugleich könnten die Mennoniten nicht an diesen Punkt kommen, ohne die eigene Sündhaftigkeit nicht zu sehen, räumte Ndlovu ein. Dankbar seien die MennonitInnen für die Verpflichtungen, die die lutherische Familie eingegangen ist, und sie verpflichteten sich dazu, „Mitgliedskirchen, deren einzelne Gemeinden und Institutionen zu ermuntern, im Dienst der Welt umfassendere Beziehungen und stärkere Zusammenarbeit mit Lutheraner/innen anzustreben“. Im Namen aller Mennoniten überreichte Ndlovu verbunden mit einer freundschaftlichen Umarmung als Gegengabe zum Bussakt der LutheranerInnen eine historische Schale, wie sie in der täuferischen Tradition zur Fusswaschung verwendet wird.
Im Anschluss an die Verabschiedung der Erklärung gingen die Teilnehmenden der Vollversammlung und die mennonitischen Gäste in einer von Gesang untermalten Prozession zur sogenannten Reithalle, um gemeinsam einen Bussgottesdienst zu feiern. In sechs persönlichen und bewegenden Zeugnissen beschrieben mennonitische und lutherische Teilnehmende die Verfolgung und die heutigen Zeichen von Vergebung und Hoffnung. Durch das gegenseitige Zeichnen von Kreuzen mit Olivenöl auf die Hand des Nachbarn/der Nachbarin vergegenwärtigten sich die Teilnehmenden Heilung und Frieden als Symbol der Versöhnung.
Rund 1.000 Delegierte, Gäste, BeraterInnen, Mitarbeitende und Interessierte aus den LWB-Mitgliedskirchen in 79 Ländern nehmen an der Elften Vollversammlung in Stuttgart teil, die vom 20. bis 27. Juli unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ stattfindet.
Die bewegende Beschlussfassung und die Rede von Danisa lassen sich auch online ansehen.
BAMMENTAL – Marius van Hoogstraten, der Friedensfreiwillige vom Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee befindet sich zurzeit im Irak. Als sogenannter Reservist von Christian Peacemaker Teams macht er jedes Jahr einen längeren Einsatz zur Unterstützung eines dieser Teams.
Sein zweimonatiger Aufenthalt unter den nordirakischen Kurden ist ein Akt der Solidarität mit Menschen, die vor der Gewalt iranischer und türkischer Militärs geflüchtet sind. Seine Rundbriefe sind nachzulesen unter: www.cpt-de.org/rundbriefe
MÜNSTER – Unter dem Titel „Gottes Schöpfung feiern und bewahren“ hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen eine neue Ökumenische Arbeitshilfe zum „Tag der Schöpfung“ (= 1. Freitag im September) bzw. der „Schöpfungszeit“ (1. September bis 4. Oktober) erstellt.
Sie steht ab sofort unter der Internetadresse www.ack-nrw.de zum Download bereit.
Die Handreichung richtet sich neben den hauptamtlich in der Seelsorge Tätigen an alle Christinnen und Christen der verschiedenen Konfessionen, die in Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen oder in den Gemeinden vor Ort Verantwortung für die ökumenische Arbeit tragen und die neue Ökumenische Initiative vor Ort aufgreifen wollen.
Die Arbeitshilfe enthält neben einer theologischen Grundlegung (Prof. Erich Zenger) verschiedene Gottesdienstmodelle zur Gestaltung des Schöpfungstages/Schöpfungszeit sowie eine Reihe ergänzender liturgischer Gestaltungselemente. Darüber hinaus bietet sie praktische Anregungen für den Einzelnen und für Gemeinden, wie sie ihre Schöpfungsverantwortung in diesem Zeitraum konkret werden lassen können. Ein Anhang mit zentralen Aussagen der Kirchen zum Thema sowie Hinweise auf weitere Materialien und hilfreiche Adressen beschließt die Arbeitshilfe.
Die Anregung, im Kirchenjahr einen Tag zur Bewahrung der Schöpfung einzuführen, verdankt die Ökumene der Orthodoxen Kirche. Der Ökumenische Patriarch Dimitrios I. ließ bereits 1989 einen Schöpfungstag (1. September) in den liturgischen Kalender von Konstantinopel einfügen und forderte zugleich die gesamte christliche Welt auf, diese ökumenische Initiative aufzugreifen.
Nachdem diese Anregung der Orthodoxen Kirche auf der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Graz 1997, in der „Charta Oecumenica“ (2001) und auf der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung im rumänischen Sibiu/Hermannstadt (2007) in Form von Empfehlungen aufgegriffen wurde, hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, der auch die römisch-katholische Kirche angehört, in der Erklärung vom 19. Januar 2010 die Einführung eines „Tages der Schöpfung“ bzw. einer „Schöpfungszeit“ ab dem Jahr 2010 für alle Mitgliedskirchen verbindlich erklärt.
Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München wurde die Einführung dieses Schöpfungstages im Rahmen der zentralen ökumenischen Feier zu Christi Himmelfahrt (13. Mai 2010) feierlich proklamiert.
BERLIN – Von 5. bis 7. November 2010 wird in Berlin der erste Baptistische Frauenkongress stattfinden. Zu den Schlagworten “positionieren, profilieren, polarisieren” soll Wissen und Erfahrungen geteilt und einander begegnet werden. Hierzu sind ausdrücklich auch Frauen aus anderen ACK-Kirchen eingeladen
Das Programmheft und weitere Informationen finden sich online unter www.frauenwerk.org
LANDSHUT – Vor 450 Jahren, am 19.Juli 1560, wurden in Landshut nach dreieinhalb Monaten Haft und zahlreichen Versuchen, sie zum Widerruf ihres Glaubens zu bringen, die beiden Täufer Claus Felbinger und Hans Leitner mit dem Schwert hingerichtet. Nun soll mit einer historischen Führung und einem stillen Gedenken an diese vergessenen Märtyrer christlichen Glaubens erinnert werden.
Claus Felbinger und Hans Leitner waren am 1. Tag nach Judica 1560 (6. April) in der Nähe von Neumarkt/Niederbayern gefangen genommen worden. Am Palmsonntag wurden sie nach Landshut überführt, dort in den Turm geworfen und in Ketten gelegt. In den folgenden Monaten versuchten katholische Geistliche, sie in einer Reihe von Verhören zur katholischen Kirche zurück zu gewinnen. Die umfassende und gründliche Bibelkenntnis Felbingers erregte Erstaunen. Die Gefangenen weigerten sich, etwas über den Aufenthaltsort anderer Brüder zu verraten. Auch unter strenger peinlicher Befragung (Folter) schwiegen sie dazu. Schließlich soll sogar der Henker Fürsprache für die beiden eingelegt haben. Auch zwei Geistliche aus München erreichten mit ihren gelehrten Argumenten keinen Widerruf. Als schließlich alle „gütlichen“ und „ peinlichen“ Verhöre kein Ergebnis brachten, wurden Leitner und Felbinger zum Tod verurteilt und am 19. Juli 1560 zu Landshut enthauptet.
Historische Führung und Gedenken auf Burg Trausnitz, Landshut
Führung: Hans Georg Oswald
Montag, 19.7.2010, 19.30 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz über Hofgarten und Burg (Edmund-Jörg-Straße)
Weitere Informationen bei Wolfgang Krauß (wolf@loewe-und-lamm.de)
WINNIPEG /Kanada – Das Mennonite Central Committee (MCC) fordert die US-amerikanische und kanadische Regierung auf, sich innerhalb der Völkergemeinschaft konstruktiv dafür einzusetzen, dass der normale Waren- und Personenverkehr über die Grenzübergänge zwischen dem Gazastreifen und Israel wiederhergestellt wird.
Den Präsidenten der USA und den kanadischen Außenminister hat das MCC in Briefen dazu aufgefordert, sich für eine neutrale und unabhängige Untersuchung der israelischen Maßnahmen gegen die “Free Gaza”-Flotte am 31. Mai einzusetzen, die mehrere Todesopfer gefordert hatten.
Der Schiffskonvoi mit 10.000 Tonnen dringend benötigten Hilfsgütern an Bord wollte den Gazastreifen auf dem Seeweg erreichen und damit die israelische Blockade durchbrechen, die sich auf die Erwerbsmöglichkeiten und den Alltag der 1,5 Millionen Palästinenser/innen im Gazastreifen verheerend auswirkt. Der Konvoi wurde vom israelischen Militär vor Erreichen des Gazastreifens abgefangen. Bei Zusammenstößen kamen neun Menschen ums Leben.
Daryl Byler, der das MCC in der Region vertritt und im jordanischen Amman lebt, weist darauf hin, dass aufgrund der israelischen Blockade im Gazastreifen Hunderttausende von Menschen ohne Arbeit und das Lebensnotwendigste unter prekären Umständen leben.
Israelische Einfuhrbeschränkungen für Waren, die für den Gazastreifen bestimmt sind, bestehen schon lange. Im Juni 2007, als die Hamas nach dem Wahlsieg von 2006 die Macht übernahm, wurde die Blockade aber verschärft. Die sehr strengen Einschränkungen des Personen- und Warenverkehrs aus dem und in den Gazastreifen werden vielfach als “Kollektivstrafe” für das Wählen der Hamas wahrgenommen, so Byler.
Der Weltgesundheitsorganisation zufolge leiden mehr als zehn Prozent der Kinder im Gazastreifen unter chronischer Mangelernährung und zwei Drittel der Bevölkerung sind konstant von Hunger betroffen. Vor der Machtergreifung der Hamas im Juni 2007 gelangten täglich ca. 850 Lastwagenladungen Nahrung, Treibstoff und andere lebenswichtige Güter in den Gazastreifen. Inzwischen sind es nur noch 128.
“Die Bevölkerung erhält nur noch 15 Prozent der Warenmenge, die ihr vor drei Jahren zur Verfügung stand”, hält Byler fest. Er weist darauf hin, dass durch die Beschränkungen ein Ausweichsystem entstanden ist: Über ein Netz von Tunneln werden Waren aus Ägypten eingeschmuggelt.
“Diese Waren werden zu überhöhten Preisen verkauft, die sich die meisten Menschen nicht leisten können”, sagt er. “Es wäre viel besser, wenn es ein offizielles System gäbe.”
Landwirtschaft und Fischerei haben im Gazastreifen Einbrüche erlitten, weil die Einfuhr von Vieh, Saatgut und Setzlingen, Plastikrohren, Metallstangen für Stallungen, Wasserpumpen und -filtern sowie Bewässerungsrohren, Fischfangnetzen, Motorenersatzteilen, Tiermedikamenten und Zement Beschränkungen unterliegt.
Auch die Exportbeschränkungen verschärfen die humanitäre Krise. So können Landwirte zwar noch Anbau betreiben, aber ihre Produkte aufgrund der Blockade nicht ausführen.
Die in dem Krieg zum Jahreswechsel 2008/09 zerstörten Gebäude und Bestandteile der Infrastruktur können nicht repariert werden, weil im Rahmen der Blockade Einfuhrbeschränkungen für Baumaterialien wie Stahl, Zement und Rohre gelten.
Auch der Personenverkehr ist von den Verboten betroffen. “Es gibt so gut wie keine Bewegungsfreiheit für Personen”, sagt Byler. “Die Jugend müht sich sehr um eine gute Ausbildung. Viele wollen im Westjordanland oder im Ausland ein Hochschulstudium absolvieren, können aber den Gazastreifen aufgrund der Blockade nicht verlassen.”
Das MCC ist seit über 60 Jahren in Palästina und Israel aktiv. Im Rahmen von Partnerschaften mit einheimischen palästinensischen und israelischen Organisationen fördert das MCC Familien über sein Bildungspatenschaftsprogramm “Global Family” (Weltweite Familie), verteilt Hilfsgüter wie Decken und Schulpakete und leitet ein Projekt zur Schaffung von Einkommensmöglichkeiten, in dessen Rahmen Familien durch die Haltung von Kaninchen und Hühnern Nahrungsmittel für den Eigenbedarf und den Verkauf erzeugen können.
“Für die humanitäre Hilfe ist man dankbar, aber das große Thema für die Hilfsorganisationen in Gaza ist die fortdauernde Wirtschaftsblockade und die anhaltende humanitäre Krise”, so Byler. “Die palästinensischen Hilfsorganisationen wollen keine Rache. Sie wollen, dass die Israelis gut leben können, aber dass auch die Menschen im Gazastreifen gut leben können.”
von: Gladys Terichow, Übersetzung: cof