
Für mich ist mit 2012 ein überaus ereignisreiches Jahr zu Ende gegangen. Herausragendstes Ereignis war ohne Zweifel die Abschlussprüfung bei der IHK. Da habe ich eine von fünf Prüfungen vermasselt und musste sie im Winter wiederholen. Somit habe ich jetzt den dritten Beruf in meinem Leben gelernt und kann mich jetzt "Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung" nennen.
Aufgrund der intensiven Vorbereitungen auf die IHK-Prüfung sind einige Sachen liegen geblieben. So hat mein Weblog zum Beispiel darunter gelitten. Das sah man auch zwischenzeitlich an den Besucherzahlen. Die hatten im Sommer ein Tiefstand. Die hohen Besucherzahlen waren natürlich auch ein stückweit den Kontroversen mit dem GYM geschuldet.

Ein User "Feetjen" hat begonnen in dem Wikipedia-Artikel über die Mennoniten die Zeit des Nationalsozialismus aufzubereiten. Zu den Thema Quakern und NS-Zeit ist seid geraumer Zeit auch schon in Wikipedia einiges zu finden

Wolfgang Krauss (Mennonit) weist in seinem Blog darauf in, des es die Mennoniten zusammen mit den Quaker und den Zeugen Jehovas, auf die Titelseite der Süddeutschen Zeitung geschafft haben. Und zwar gestern den 19.4.2010.

Bei dem heutigen Mennoniten-Gottesdienst hieß es in der Predigt (der Gottesdienst wird oft von mehr als einem Prediger gestaltet) sinngemäß: "Wir dienen heute im Gottesdienst Gott mit Gesang, Gebet und Predigt.". Das hat mich ins Nachdenken gebracht. Warum sitze ich als Quaker in einem Mennoniten-Gottesdienst ? Weil ich Gott mit Gesang, Gebet und Predigt dienen will?

Am letzten Sonntag (18.3.2012) war ich auf der Jahresversammlung der Münchner Mennoniten. Ich habe eine schriftliche Einladung bekommen, der ich gerne gefolgt bin. Geschichtlich betrachtet ist es nichts Besonderes, dass Mennoniten und Quaker ihre Andachten/Gottesdienste und Geschäftsversammlungen gegenseitig besuchen (siehe hier zu auch den Wikipedia-Artikel "Mennonitisch-Quäkerische Ökumene"). In Deutschland liegt die Sache seit einigen Jahrzehnten etwas anders. Die Beziehungen der beiden Gruppen ist etwas eingeschlafen. Ich vergleiche mein Erleben bei den Mennoniten aber trotzdem mal mit dem bei den Quakern.

Ich war heute bei den Mennoniten im Gottesdienst. Auf der Tagesordnung stand das Mennoniten-Projekt "Unser Friedenszeugnis". Ich berichtete schon in mehreren Artikeln darüber ( Teil I, Teil II, Teil III,Teil IV, Teil V). Am heutigen Sonntag nahmen sie sich Kapitel 4 vor (im Teil III setzte ich mich damit auseinander).

Das Kapitel steht unter der Überschrift "Jesus Christus befreit uns zu Gerechtigkeit und Frieden.". Im ersten Teil werden ein paar Fragen aufgeworfen, die sich mit der Aspekt der Gerechtigkeit in Bezug auf unsere Wirtschaftsordnung beschäftigen. Dann geht es über zum Privatrecht. Und hier heißt es:

Das Kapitel ist betitelt mit "Jesus Christus steht über dem Staat.". Ich glaube die meisten Quaker haben ein anderes Verhältnis zum Staat als die Mennoniten. Das hängt damit zusammen, dass Quaker in Gegensatz zu Mennoniten schon einen eigenen Staat Pennsylvania) hatten, und selbstverständlich ein Gewaltmonopol für diesen Staat akzeptierten.

Wie ich auf den "Mennonews" gesehen habe, kann das Heft, was ich hier gerade bespreche auch als PDF heruntergeladen werden. Ich denke das ist sehr sinnvoll, sich auch ein eigenes Bild von dem Heft zu machen! Bestimmt nicht jeder wird meine Meinung Teilen.

An der Stelle möchte ich noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die folgenden Anmerkungen aus meiner (quakerischen) Perspektive sind. Mein kritische Auseinandersetzung mögen die Mennoniten nicht im jedem Punkt teilen. Das erwarte ich auch nicht. Aber vielleicht ist es einfach auch interessant, wie ihr Text und Zeugnis auf andere wirken. Zu allen Stellen, zu denen ich nichts sage, kann davon ausgegangen werden, dass sie meine Zustimmung haben. Also der überwiegende Teil des Textes!!

Letzten Sonntag (15.5.2011) bei dem Mennoniten-Gottesdienst machte mich Jürgen Moser auf ein Projekt aufmerksam, an dem er mitwirkt. Einige Mennoniten hatten das Bedürfnis, sich intensiv mit ihrem "Friedenszeugnis von 1987" auseinanderzusetzten -ursprünglich mit der Aufgabenstellung es zu überarbeiten. Herausgekommen ist ein Arbeitsheft zum Friedenszeugnis für die Gemeindearbeit, welches auch als PDF heruntergeladen werden kann (http://mennonitisch.de/positionen.html).

Am heutigen Sonntag war ich wieder mal beim GYM-Meeting in München. Es ist jedes mal wieder eine große "Demutsübung" in Suffering.

Die Ausgabe beginnt gleich auf Seite 2 mit einem Paukenschlag : im Editorial stellt der Redakteur Uwe Schiller fest: "[...] solange ich in der Redaktion dabei bin, kann ich mich nicht erinnern, dass eine Ausgabe des Quäker nur 32 Seiten hatte." Er schaut auf die letzten drei Jahre zurück und stellt allgemein einen Rückgang der Seitenzahlen fest. Im letzten Drittel schlägt Uwe dann einen - für Quäker-Kreise - ungewöhnlich scharfen Ton an.

Überblick

Für mich ging der Tag schon früh um 8 Uhr los. Ich war bei den Mennoiten in der Simeonsgemeinde zum Frühstück und zu deren Gottesdienst. Ich habe eine mutige Predigt gehört, von deren Predigerin Anna Janzen. Sie zeigte auf, dass das frühe Christentum, bevor es Staatsreligion wurde, sehr pluralistisch war. Gerade dass es mehr als nur ein Evangelium gibt, wertete sie als Indiz für diesen Pluralismus. Mutig fand ich die Aussage von ihr, dass sie Paulus als intolerant empfindet und nicht im Einklang mit dem Geist des Evangeliums.